Land Berlin nimmt radikale Bauwende ins Visier

Mit rund 300 Anmeldungen stieg das Interesse am Fachdialog „Nachhaltiger Holzbau“ von Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) auf einen neuen Rekordwert. Im Bild die Referenten und Veranstalter. Screenshot: Kollaxo   

Die vom Berliner Senat beschlossene Klimanotlage macht es erforderlich, eine Ressourcenwende bei der Berliner Bauwirtschaft zu vollziehen. Unter den ressourcenschonenden und klimaverträglichen Baustoffen kommt Holz die größte Bedeutung zu. Um Praxiserfahrungen der letzten Jahre mit Architekten und Planern aus ganz Deutschland zu teilen, veranstalteten die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) am 6. Mai 2021 den sechsten gemeinsamen Fachdialog „Urbaner Holzbau“ als Online-Konferenz mit rund 300 Baufachleuten.

In seinem Grußwort mahnte Stefan Tidow, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin (SenUVK), den hohen Ressourceneinsatz im Bauwesen zu überdenken. Das Land Berlin wolle bundesweit Vorreiter bleiben und bei der Entwicklung von über 16 neuen Quartieren dem nachwachsenden Baustoff Holz bei öffentlichen Gebäuden – wie bereits 2019 beschlossen – konsequent den Vorzug einräumen.

Als ersten Referenten der von der Architektenkammer Berlin anerkannten Bildungsveranstaltung begrüßte Moderatorin Dr. Katharina Gamillscheg, stellvertretende Geschäftsführerin des GD Holz und Vorstandsmitglied im Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg, Dipl.-Ing. Ulrich Bauer. Der Vorsitzende des Verbandes Baubiologie e.V., zeichnete nach, wie eine Prozessbegleitung bei der schadstoffarmen Baustoffwahl zu perfekten Ergebnissen bei der Raumluftmessung in drei Berliner KiTas führte. Dies gelang, weil die Baubiologie bereits in der Ausschreibung verankert wurde und wichtige Maßnahmen gewährleistete, darunter die Prüfung der Materialien vor dem Einbau, die Einweisung der Handwerker sowie die Messung der Innenraumemissionen in der finalen Kombination aller Materialien, Bauteile und Möbel.

 „Wir wollen Holzbau – aber er muss geplant sein“

Auf die entscheidende Bedeutung der Planung wies Dipl.-Ing. Ansgar Hüls, Hüls Ingenieure Tragwerke aus Holz, in seinem Vortrag hin. Mit ihr gehörten vermeintliche Schwachstellen des Holzbaus – der Feuchte-, der Schall- und der Brandschutz – endgültig der Vergangenheit an. Hüls wörtlich: „Fehler liegen nicht am Holz, sondern an mangelnder Planung.“ Er forderte Mut beim Zeichnen und Freude an der Detailarbeit. Als ein eigenes Resultat stellte Hüls einen Fünfgeschosser in Leipzig-Lindenau vor, der eine Anerkennung im Rahmen des Deutschen Ingenieurbaupreises 2020 erhielt.

Ein zweites Referenzobjekt porträtierte Architektin Vera Hartmann, Partnerin bei Sauerbruch Hutton: die Erweiterung der Berlin Metropolitan School in Berlin Mitte. Sie führte mit Fotos und Skizzen durch die Bauphasen und zeigte, was innovative Holzarchitektur mit einer atemberaubenden Dachaufstockung aus einem Plattenbau machen kann. Alle Vorträge bietet der GD Holz zum Download an: https://www.gdholz.de/veranstaltungen/fachdialog-urbaner-holzbau/