Erstes AGDW-Waldsymposium in Berlin

Laut der AGDW sollen sich die Schäden durch den ungewöhnlich trockenen und heißen Sommer 2018 für die Waldbesitzer auf mehrere Milliarden Euro belaufen. Foto: Pixabay.

Heute, 11. September, lädt die AGDW – Die Waldeigentümer zum ersten Mal zu einem Berliner Waldsymposium ein. Unter dem Motto „Waldwirtschaft unter Druck“ diskutieren Wissenschaftler, Politiker, Unternehmer und Spitzenvertreter von Verbänden über ein modernes Risikomanagement im Wald.

„Unabhängig von der aktuellen Krise im Wald brauchen wir langfristige Lösungen, um die Wälder weiterhin auf die Auswirkungen des Klimawandels einzustellen“, sagte Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Dazu zählten vielfältige politische und forstliche Maßnahmen: von der Reform des Forstschädenausgleichsgesetzes über Waldumbauprogramme bis zu Vereinfachungen in der Förderung mit Blick auf den Kleinprivatwald, so von der Marwitz.

Von der Marwitz machte deutlich, dass sich eine Katastrophe, wie sie aktuell in den Wäldern erlebbar ist, künftig wiederholen kann. Klimaforscher und Meteorologen warnen vor einer Zunahme von Wetterextremen wie Dürren, Stürmen und Starkregen. „Der Klimawandel ist nicht neu, daher stellen sich Waldeigentümer und Forstwirtschaft bereits seit Jahrzehnten im Waldbau darauf ein“, sagte der AGDW – Präsident. Belegt werde dies durch die dritte Bundeswaldinventur: Danach besteht der Wald in Deutschland zu über 50 Prozent aus Mischwäldern, zu 23 Prozent aus reinen Laub- und zu 27 Prozent aus Nadelwäldern.

Von der Marwitz machte darüber hinaus deutlich, dass nach den Erfahrungen der letzten Monate der Weg noch einmal verstärkt in Richtung klimatolerante Baumarten eingeschlagen werden müsse. „Dabei darf es keine Scheuklappen geben“, sagte der AGDW – Präsident. „Baumarten wie Douglasie, Roteiche, Küstentanne oder Esskastanie müssen in den Waldbau einbezogen werden.“ Zudem müssten Baumarten etwas aus Südeuropa verstärkt ins Visier genommen werden.

Der AGDW – Präsident forderte bei dem Symposium außerdem, dass insbesondere der Kleinprivatwald in den Fokus der Unterstützungsprogramme genommen werden müsse. „Die Mehrheit der Waldbesitzenden in Deutschland verfügt nur über wenige Hektar“, sagte von der Marwitz. Für sie sind die Schäden in Folge der Wetterextreme eine besondere Herausforderung.